17.1.23

 Projekt Wiederbelebung...Teil 1

Wenn man Handspinnerin ist, laufen einem manchmal nette oder hilfsbedürftige Dinge hinterher. So geschah es mir vor Kurzem. 

Eine Freundin meiner Spinngruppe schickte mir Bilder eines sehr alten Rädchens, dass als "Feuerholz" enden sollte, weil keiner Interesse zeigte und es in einem recht bemitleidenswerten Zustand sei.

Sie schickte mir Bilder , mein Liebster sah die Bilder und sagte sofort, das kriegen wir hin, nix Feuerholz.

Er ist ja seines Zeichens Kunsthistoriker UND Restaurator, wo also wäre so ein Spinnrad besser untergebracht, als bei uns.

Nun haben wir uns heute des Rädchens angenommen und schon mal die ersten Arbeiten erledigt.

Ich habe mit einer Essigessenzlösung eine erste Grundreinigung vorgenommen, das brachte schon recht gute Ergebnisse. Nun konnte man das Spinnrad besser beurteilen und einordnen.



Das war der Urzustand, nicht so hübsch, aber mit Potenzial.

Als nun mein Schatz das Rad heute sah, meinte er, das sei seeeehr alt, er schätzt es auf ca.1850.

Was für ein hübsches Stück Geschichte, das musste gerettet werden!!

Nun haben wir es erstmal zusammengesetzt, um zu sehen, was da ist, was fehlt und was gemacht werden muss. Resümee, es ist nicht so arg, wie es erst aussah.

Dann hab ich wieder mit einer Lösung aus Essigessenz und warmem Wasser die nächste Schicht Schmutz entfernt, das Holz wurde wieder hübsch hell.

Nächster Reinigungsvorgang war , die schwarzen Stellen, die eine Mischung aus Fett und Metallabrieb sind, mit einer Mischung aus Essigessenz, Spiritus und Aceton zu reinigen. Das war der mühsame Teil und der wird auch noch mindestens einmal wiederholt werden müssen.

Erste gute Ergebnisse kann man aber schon sehen.


Man sieht ,wie schwarz es da ist, eine feste Schicht Dreck und Fett. Es hat einen dicken runden Borstenpinsel, viele Wattestäbchen, gute Lappen und viel Geduld gebraucht bis zu folgendem , bisherigem Ergebnis.


So ein altes Rädchen wiederzubeleben macht Spaß und ich kann viel von meinem Schatz lernen, was Restauratoren so an Tricks drauf haben und wissen.

Wir haben dann beraten, wie weit wir die Restaurierung betreiben wollten. Ergebnis, nicht all zu weit, der geschichtlich wertvolle Zustand soll möglichst erhalten bleiben, dennoch soll es spinnbar sein, auf diesem Weg sind wir jetzt. 

Wir geben dem Rad soviel technische Hilfe wie es geschichtlich vertretbar erscheint und versuchen dies aber mit Feingefühl zu tun.

Dafür musste und muss folgendes geschehen:

ersetzen des Antriebsfadens,

Lederlager in die Spinnöffnung

Knechtverbindung schaffen, damit sich überhaupt was dreht.

Als Splint, der das Antriebsrad im Holm hält gab es nur einen (!!)  grob zugeschnittenen Holzstift, der zweite fehlte ganz. Also hat mein Partner neue Splinte gedrechselt.


Das war der alte Splint.



Und so sehen die neuen aus. Sie sind noch etwas hell, aber vom Stil her passen sie gut zu den Speichen.

Der sehr grazile Spinnflügel ist komplett erhalten und in gutem Zustand, was absolut nicht selbstverständlich ist, bei diesem Alter. Es fehlen allerdings die Fadenführungen, die müssen wir einbauen.



Der Einzugshaken war auch etwas schwierig zu bedienen, daher hat er einen neuen Schaft gedrechselt, aus Draht einen Haken gebogen und den im Schaft verankert. Auf den Fotos seht ihr oben alt, unten neu.



Es braucht noch drei neue Spulen und einen neuen Spinnwirtel, der alte ist total aus der Form. Er scheppert und klappert ganz entsetzlich. Aber das Lederlager in der Spinnöffnung hat schon viel gebracht, der Flügel läuft schon viel ruhiger, somit springt der Antriebsfaden auch nicht mehr.

Der alte Spinnwocken war hier ein abgesägter Besenstiel, nicht so hübsch. Nun hat das Rädchen einen neuen Holzstab mit gedrechselter Spitze. Der muss noch lasiert werden.

Da natürlich die Würmchen auch im Rädchen waren, sie sind aber weg, muss das  Holz behandelt werden.
Mein Partner erklärt das so: Holz besteht aus Fasermaterial und Bindemittel, dem sogenannten Lignin. Würmer fressen das Bindemittel und scheiden das Fasermaterial als Pulver aus. 
Um nun dem wurmgeschädigten Holz wieder Festigkeit zu geben, benetzt man die befallenen Stellen mit einer alkoholischen Naturharzlösung. 
Gut, dass er sowas weiß.:-)


Es ist noch nicht fertig, es gibt noch viel zu tun, aber es ist auf keinen Fall mehr Feuerholz!


Da ist zwar noch der alte Wocken drin, aber ist es nicht schon jetzt zauberhaft? Ich bin sehr gespannt, wie dieses kleine ,alte Spinnrädchen nach der Endbehandlung aussieht.




11.1.23

 Es gibt sie noch.....

Ja, die Wollmaus ist noch vorhanden. Viel ist passiert, unendlich viel und leider nicht so schöne Dinge.

Im März 2021 ist mein über alles geliebter Mann, der Begleiter in 32 Ehejahren, von dieser entsetzlichen Pandemie dahingerafft worden. Kerngesund, stark und dennoch nicht stark genug. Wir alle hatten es, auch ich, und er, der stärkste von uns allen, er starb. Für mich unbegreiflich , selbst jetzt nach 22 Monaten immer noch. 

Das ließ mich zurück mit dem Gefühl, dass auch für mich alles zu Ende ist, dass ich ihm am besten hinterher gehen sollte, dass ich die Aufgaben, die jetzt vermeintlich alleine auf mich zukommen, niemals schaffen könne, dass ich meinen ganzen Lebensinhalt verloren hätte.

Dieses unendlich tiefe schwarze Loch, in das ich da fiel, diese Ängste und Nöte, die ich da ausstand, das alles sah so unüberwindbar aus, das war ein Ozean an Trauer, Verzweiflung, Zorn, Angst, der mich zu überwältigen drohte.

Und in  dieser Zeit konnte ich viele Erfahrungen sammeln, die mich überraschten und die mich trösteten. Durch diese Erfahrungen konnte ich auch anderen Menschen, die in der gleichen Situation waren oder sind, weiterhelfen, was auch wieder für mich gut und tröstlich war. Sobald ich merkte, dass ich dazu wieder die Kraft und Fähigkeit hatte, wusste ich, ich heile und es geht aufwärts.

Meine Familie war da sehr wichtig, die zu mir hielt, die mich hielt und das tut sie bis heute. Dann meine Freunde, die mir halfen, nicht nur durch zuhören, trösten und ablenken, nein auch durchaus tatkräftig , z.B. durch das Vermitteln einer Anwältin, die mir durch die ganzen gerichtlichen Sachen half und das zu einem Bezahlungssatz, der nicht wirklich nennenswert war.

Außerdem hat die Klinik, in der mein Mann lag, mir zu einem Termin bei einer Psychologin verholfen, die mich sehr viel weiter gebracht hat, ohne sie wäre ich nicht so schnell wieder auf die Beine gekommen.

Ich hatte also viel Hilfe, die auch sehr nötig war und ich hab viel gelernt, auch über mich. Nie hätte ich gedacht, wie stark ein Mensch sein kann, wenn er muss, nie hätte ich gedacht, dass aus so viel Leid und Dunkelheit wieder Licht werden kann und doch ist es so.

Ich lebe wieder und das sogar gut. Und ich liebe wieder, für mich überraschend, aber auch das war Schicksal oder besser Fügung. Es heißt, wenn Gott eine Türe schließt, öffnet er ein Fenster und das hat er für mich getan.

All das gibt mir Kraft und befähigt mich, weiterzumachen und das Leben zu genießen, denn, ja, das Leben ist schön!!!!


28.12.17

Meine Süßen

Unsere Miezen entwickeln sich toll, sie werden wunderschön.
Samira hatte im Dezember Geburtstag, nun ist sie ein Jahr und eine Schönheit, aber auch eine kleine Prinzessin.
Sie frisst ihr Frischfleisch mit "Besteck", das heisst, sie nimmt es mit einer Kralle und zupft es säuberlich davon ab. :-)

Ihr Bruder Titus wird langsam ruhiger, er weckt uns nicht mehr um 5 Uhr früh.
Auch er wird wunderschön.


Die beiden verstehen sich prime, sie schlafen gerne zusammengekuschelt, putzen sich, spielen miteinander. es ist eben doch etwas anderes, wenn man zwei zusammen kauft.


Sie sind aber auch recht gesprächig und intelligent. Das heißt, sie wissen, was sie wollen und versuchen es durchzusetzen...;-)
Das erfordert viel Sturheit unsererseits, was natürlich nicht immer klappt. ;-)



14.12.17

Vor 10 Jahren...

..hab ich sie das erste mal gesehen und hatte mich sofort in sie verliebt.
Leider konnten wir beide nicht zusammenkommen, es waren immer andere Anschaffungen wichtiger.

Heute nun, kam sie zu mir ins Haus, in meiner absoluten Lieblingsfarbe Liebesapfelrot :-)
Allein wie das schon klingt ist ein Gedicht.

Ab heute beginnt bei mir die Kitchenaid-Zeit :-)


Ist sie nicht wunderbar?
In natura ist sie noch etwas dunkler und kräftiger in der Farbe.
Dabei hab ich erst lange gewichtelt, welche Farbe ich denn nun tatsächlich möchte, da mein Mann mich ja damit fast ein wenig überfahren hat.
Aber er hat gleich gesagt, dieses Rot , somit haben wir auch da den gleichen Geschmack :-)
Er ist schon ein Goldstück!



12.12.17

Alles neu macht....das Jahr 2017....

Das könnte die Überschrift für dieses Jahr bei uns sein.

Wir hatten viele Anschaffungen dieses Jahr, geplant und ungeplant

Und nun kommt noch meine Traumküchenmaschine, die bekomm ich zu Weihnachten vom Schatz.
Seit vielen, vielen Jahren schwärm ich schon, meine Mam hat sie seit ca. 2 Jahren, sie ist so toll.
Es ist eine Kitchenaid Artesan in Liebesapfelrot, im Paket mit Fleischwolf und Plätzchenvorsatz...hachz...
Ich kann's noch gar nicht glauben. *hibbel,dops*

Der Witz ist, ich ging eigentlich ins Geschäft, wegen einer Möglichkeit, Spritzgebäck zu machen, ohne dass es meine rechte Hand zu sehr anstrengt. Die ganzen Spritzdinger und Mühlen ,die ich hatte, waren nix.
Ich landete bei einem Profispritzbeutel mit größerer Tülle.
Dann wurde mir der ganz normale Fleischwolf empfohlen, hätt ich beinah genommen.

Im Nebenraum war eine Küchenmaschinenaustellung mit Kitchenaids.....
Ich bin nur ganz kurz rüber und hab gekuckt, nix gesagt. :-)

Mein Mann meinte dann, ob diese Maschinen das nicht auch könnten.
Und wenn die das tatsächlich können, warum ich dann einen Fleischwolf kaufen möchte, den ich zu nix andrem verwenden kann und nicht lieber gleich so eine Maschine.

Tja, so kam's dazu, ungeplant.
Manchmal liebe ich männliche Logik :-)

Und in den nächsten Jahren gibt's dann zu den diversen Festen Zubehör für die Küchenmaschine, Nudelvorsatz, inkl. Ravioli und Röhrennudeln, die passende Keramikschale, Eismaschine( ganz wichtig), den Gemüsehobel, den Spiralschäler, die Getreidemühle evtl. auch, meine ist schon sehr betagt, etc.
So hat mein Mann ausgesorgt und muss nicht lange überlegen, was er mir schenken soll.
Sehr praktisch :-)

Der Spruch dieses Jahres , den ich jetzt oft von meinem Mann gehört hab, wenn's an eine Anschaffung ging:
Mach Nägel mit Köpfen und keine halben Sachen. Jetzt ein Kreuzer mehr, das zahlt sich auf lange Sicht aus.
Ich hoffe mal, das ist dann auch so.

Im nächsten Jahr geht's dann sicherlich etwas gemäßigter zu. Denk ich zumindest....;-)
Jedenfalls muss dann der Goldesel erst mal wieder gründlich arbeiten. :-)))